Warum diese auf den ersten Blick abseits liegende und wenig ergiebig scheinende Kategorie?
Hier schlägt sich bei mir ein Interesse nieder, das auf Studienzeiten - neben Mathematik und Physik auch Musikwissenschaft - zurückgeht.
Bekannt sind z.B. die Versuche einiger namhafter E-Musiker, per Zufallsentscheid zu komponieren bzw. dem Laien Melodie-Stückchen zur "Eigen-Komposition/-Zusammenstellung" an die Hand zu geben, so etwa W. A. Mozart.
Analog gewissen Strömungen in der bildenden Kunst und Literatur fand besonders in diesem Jahrhundert der Zufall als Konstruktionsmechanismus Eingang in den Kompositionsprozess. Diese Stilrichtung firmiert unter Aleatorik .
Aber auch in "traditioneller" E-Musik können sich Passagen verbergen, die aus stochastischer Sicht überraschend sind, vgl. meinen Artikel Zwei kybernetische Aspekte bei Markow-Ketten: Individual- und Globalverhalten - "Gedächtnis" in: MNU Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht, 7/1979, S. 406-412. Darin werden ethologische und kompositorische Phänomene kybernetisch untersucht. In einer Komposition von M. Reger verbirgt sich - wenn man so will - eine Markow-Kette.
Ob man Libretti und deren Verfasser der Kategorie Literatur oder der der Musik zuordnen will, ist weitgehend eine Geschmacksfrage. So ließe sich etwa "Pique Dame"auch hier unterbringen (vgl. Website "Literatur"). Ähnlich verhält es sich mit schriftlich überlieferten Äußerungen von Musikern. Beide Beispiele sind solche Zwitter.
